ArbeitszeitmodellFlexible Arbeitszeiten fordern Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen

Diese Entwicklung stellt gleichermaßen neue Anforderungen an die Unternehmen und an die Beschäftigten. Es gibt keine Universallösung, vielmehr muss jedes Unternehmen im Dialog mit den Beschäftigten eine betriebsspezifische Strategie für das flexible Arbeiten identifizieren. Die Arbeitszeitgestaltung stellt hohe Anforderungen an den betrieblichen Planer, da vielfältige Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen, z.B. die rechtlichen und tariflichen Bestimmungen, aber auch arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen sowie die spezifische Situation des Betriebs. In jüngster Zeit ist bei der Arbeitszeitgestaltung zunehmend die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben in den Fokus gerückt. Sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte streben eine höhere Flexibilität der Arbeitszeiten an, die jedoch beide Seiten kontrollieren möchten. Dies kann zu Konflikten führen, wenn die betrieblichen Anforderungen an den Personalbedarf nicht mit den Wünschen der Mitarbeiter harmonieren.

Individuelle Lösungen

Die Aufgabe einer ganzheitlichen Arbeitszeitgestaltung ist es somit, die Ziele aller beteiligten Interessensgruppen – insbesondere Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Sozialpartner und Kunden – gleichermaßen bei der Auswahl und Gestaltung von Arbeitszeitmodellen sowie bei der späteren Planung der konkreten Einsatzzeiten der Beschäftigten zu berücksichtigen. Hieraus ergibt sich, dass es bei der Arbeitszeitgestaltung keine Standardlösungen gibt, sondern stets die spezifische betriebliche Situation analysiert werden muss, um eine individuelle Lösung zu finden. Da der Geltungszeitraum eines Arbeitszeitmodells in der Praxis oft mehrere Jahre beträgt, kann eine falsche Entscheidung sehr langfristig nachwirken.

Für die ganzheitliche Arbeitszeitgestaltung werden i.d.R. vielfältige Informationen benötigt, die im Unternehmen oft nicht standardmäßig zur Verfügung stehen. Insbesondere fließen die Wünsche der Mitarbeiter bzgl. Einsatzzeit (und ggf. auch Einsatzort) bislang noch nicht systematisch in diesen Prozess ein. Die Zeitwirtschaft muss daher zukünftig entsprechende Methoden entwickeln, um den oft dynamischen Personalbedarf und -bestand geeignet zu erfassen. Gerade die mitarbeiterbezogenen Informationen zu den Einsatzzeitwünschen können dabei nur im Dialog zwischen Unternehmen und Beschäftigten erhoben werden. Das REFA-Institut, das Know-How über Weiterbildung, als auch über Beratung vermittelt, erarbeitet derzeit neue Methoden für ein humanorientiertes Flexibilitätsmanagement, mit denen Unternehmen und Beschäftigte auch die neuen Herausforderungen der digitalisierten Arbeitswelt bewältigen können.

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