Optimale BewerbungLebenslauf für computergestützte Bewerbungssysteme optimieren

Eine aktuelle Untersuchung der Jobsuchmaschine Adzuna zeigte, dass bei einer Stichprobe von 2.000 Lebensläufen bei 47 Prozent der Lebensläufe eine Lücke im Werdegang von über sechs Monaten geklafft hatte. Weitere Untersuchungen der betroffenen Lebensläufe machten deutlich, dass in zahlreichen Fällen die Art der Formatierung den Prozess des CV-Parsings, d.h. das Einlesen der angegebenen Informationen, negativ beeinflussten.

Beim CV-Parsing werden die im Lebenslauf enthaltenen Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten gescreent und in ein strukturiertes Format umgewandelt, welches von einem Softwaresystem eingelesen werden kann. Form- und Farbgestaltung der Datei werden bei diesem Vorgang entfernt. Adzuna‘s Untersuchung ergab, dass insbesondere Lebensläufe mit einer aufwendigen Gestaltung zu Problemen beim CV-Parsing führen können.
5 Fehler typische Fehler bei computergestützen Bewerbungsverfahren

1.Lebenslauf enthält Tabellen

Viele Softwaremethoden zur Dokumenten-Konvertierung können Tabellen nicht korrekt verarbeiten, wobei der enthaltene Text nicht korrekt entnommen wird oder zusätzliche Leerzeilen eingefügt werden können, welche die Gliederung durcheinander bringen.

2.Verwendung von Grafiken zur Darstellung textlicher Inhalte

Von der Verwendung von Grafikformaten wie beispielsweise .gif, .jpg oder .png zur Darstellung des Werdegangs innerhalb des Lebenslaufes wird abgeraten, da diese beim Vorgang des CV-Parsings übersehen werden und somit die enthaltene Information nicht entnommen werden kann.

3.Start- oder Enddatum der beruflichen Stationen sind nicht enthalten

Zeiträume verschiedener Stationen im Werdegang sollten immer mit Start- sowie Enddatum aufgeführt werden, da diese ansonsten als Lücke angezeigt werden. Als korrekte Auflistung dient der ausgeschriebene Monat sowie eine vierstellige Jahreszahl, beispielsweise: Januar 2015 – Mai 2016.

4.Lebenslauf im PDF-Format problematisch

Die Herausforderungen bei der Verarbeitung von PDF-Dateien liegt in der Textextraktion, was bei manchen CV-Parsing Systemen zu Problemen führen kann. Die Verwendung von Word-Dateien kann dagegen das Einlesen der Informationen erleichtern.

5.Abschnitte im Lebenslauf sind nicht klar benannt

Bei der Benennung einzelner Abschnitte sollten gängige Überschriften wie beispielsweise „Ausbildung“ oder „Berufserfahrung“ benutzt werden, die zudem klar voneinander getrennt sein sollten.

James Neave, Head of Data Science bei Adzuna fügt hinzu: “Bewerber können selbst testen, ob ihr Lebenslauf für computergestützte Bewerbungssysteme optimiert ist, indem sie den Inhalt in ein Textverarbeitungssystem wie beispielsweise Word kopieren. Wenn das Layout dabei verzerrt wird ist es wahrscheinlich, dass ihr Lebenslauf nicht korrekt geparst wird.”

CV-Parsing ist eine gängige HR-Softwaremethode. Dabei wird der Lebenslauf zuerst in ein strukturiertes Format umgewandelt, welches von einem Softwaresystem eingelesen werden kann und somit keine manuelle Dateneingabe erfordert. Einmal geparst, bildet die eingelesene Information ein Kandidatenprofil, welches Personalverantwortliche aufrufen können, wenn sie nach Personen mit bestimmten Fähigkeiten oder Fachkenntnissen suchen und sich somit einen Talentpool, d.h. eine Datenbank passender Kandidaten aufbauen. In Deutschland ist der Einsatz einer solchen Software unter anderem bei Bosch bekannt.

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