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Chair of the Board: Rolle und Bedeutung im Unternehmen

Der Chair of the Board (COB) – auch Chairman of the Board, Chair, Chairperson, Chairman oder Chairwoman genannt – bezeichnet vor allem im anglo-amerikanischen Raum die Person, die den Vorsitz im Board of Directors übernimmt. Dieses Gremium vereint je nach Unternehmensmodell Leitungs- und Kontrollfunktionen.

Mit der zunehmenden Internationalisierung von Unternehmen taucht die englische Bezeichnung auch im deutschsprachigen Raum häufiger auf. Dort wird sie teilweise als Entsprechung zum Vorsitz des Aufsichtsrats verwendet. Eine eigenständige handels- oder gesellschaftsrechtliche Bedeutung hat der Begriff im deutschen Recht jedoch nicht.

Je nach Unternehmensstruktur unterscheiden sich im englischsprachigen Raum mehrere Chair-Modelle.

Chair und CEO in Personalunion

Eine verbreitete Konstellation ist die Verbindung von Chair und Chief Executive Officer (CEO) in einer Person. Der CEO führt dann nicht nur das operative Geschäft, sondern übernimmt zugleich den Vorsitz im Board of Directors.

Damit die Kontrolle der Unternehmensführung trotzdem nicht allein bei einer Person liegt, wird häufig ein weiteres, nicht geschäftsführendes Board-Mitglied – ein sogenannter Non-Executive Director – zum Lead Director ernannt. Diese Person übernimmt eine wichtige Kontroll- und Koordinationsfunktion gegenüber dem CEO und soll die Corporate Governance stärken.

Die Bedeutung einer Trennung von CEO- und Chair-Funktion als Instrument guter Corporate Governance wird auch auf internationaler Ebene hervorgehoben. So führen die OECD in den G20/OECD Principles of Corporate Governance 2023 die Aufteilung beider Funktionen als bewährte Governance-Praxis an.

Sie fördern eine ausgewogenere Machtverteilung im Board und können die Kontrolle des Managements stärken kann. Dass diese Entwicklung in der Unternehmenspraxis angekommen ist, zeigt der Spencer Stuart U.S. Board Index 2024: Bei den S&P-500-Unternehmen waren CEO- und Chair-Rolle 2024 bereits in 60 % der Fälle getrennt; der Anteil unabhängiger Chairs lag bei 39 %.

Funktional ähnelt diese Konstruktion dem französischen Modell des Président-directeur général (PDG). Auch dort sind Unternehmensleitung und Vorsitz des Verwaltungsorgans in einer Person gebündelt.

Bildquelle: Hunters Race / Unsplash.com

Porträtfoto von der Journalistin Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Gründerin des Online-Magazins Karriere NOW, selbstständige Journalistin und spezialisiert auf die Themen Karriere, Softskills, Selbstmanagement und Business. Zuvor hat die Kommunikationsexpertin bei der Süddeutschen Zeitung in München gearbeitet und für ein Politmagazin des ZDFs.

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