Deutsche Unternehmen stehen vor einer wachsenden Herausforderung: Ein Viertel der Beschäftigten erwägt innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Jobwechsel. Haupttreiber sind fehlende Karriereperspektiven, während sich die kurzfristige Fluktuation zuletzt deutlich dynamischer entwickelt hat.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 25 % der Beschäftigten in Deutschland könnten innerhalb von 12 Monaten kündigen
- 14 % planen einen Jobwechsel innerhalb der nächsten zwei Jahre
- Fehlende Karriereperspektiven sind weltweit der häufigste Kündigungsgrund (41 %)
Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einem globalen Hotspot für Mitarbeitendenfluktuation. Nach aktuellen Analysen von Culture Amp, die Plattform für Employee Experience, tragen deutsche Unternehmen eines der höchsten Risiken, dass Mitarbeitende kurzfristig kündigen. Gegenüber 2023 ist dieses Risiko um 2 Prozentpunkte gestiegen.
Zugleich bleibt die mittelfristige Wechselabsicht stabil: 14 % der Beschäftigten planen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ihren Arbeitgeber zu verlassen. Die Dynamik liegt damit vor allem im kurzfristigen Bereich.
Internationaler Vergleich: Deutschland, Großbritannien und die USA
Weltweit sind 20 % der Beschäftigten aktuell auf Jobsuche. Großbritannien zeigt eine ähnlich negative Entwicklung wie Deutschland, während die USA mit 19 % Wechselabsicht eine vergleichsweise höhere Stabilität aufweisen.
In Großbritannien planen derzeit 24 % der Beschäftigten, sich im kommenden Jahr nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen (+4 Prozentpunkte gegenüber 2023). Ebenso wie in Deutschland beabsichtigen 14 % der Mitarbeitenden, innerhalb der nächsten zwei Jahre zu kündigen. Die USA zeigen in diesem Punkt mehr Stabilität: Nur 19 % möchten im kommenden Jahr den Arbeitgeber wechseln – ein moderater Anstieg von lediglich einem Prozentpunkt gegenüber 2023.
Karriereperspektiven als zentraler Kündigungstreiber
Hauptgrund für das Ausscheiden von Mitarbeitenden aus den Unternehmen ist die fehlende Karriereperspektive (41 %). Dieser Faktor spielt auch deshalb eine wichtige Rolle, weil er sich auf das Engagement und die Performance der verbleibenden Belegschaft auswirkt. Den zweithäufigsten Kündigungsgrund stellt die Work-Life-Balance dar (12 %), gefolgt von Vergütung und Benefits (10 %). Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich an der Rangfolge der Kündigungsgründe nichts geändert.
Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen
Die globale Analyse zeigt auch, dass es bei den Gründen für eine Kündigung deutliche Unterschiede innerhalb der verschiedenen Altersgruppen gibt. Für die Generation Z stellt der Wunsch nach Weiterentwicklung und Karrierefortschritt den häufigsten Grund für eine Kündigung dar (24 %), gefolgt vom Wunsch nach einem Karrierewechsel (17 %) und einer besseren Work-Life-Balance (14 %).
Für die Millennials ist der Wunsch nach einem Karriereaufstieg mit 28 % sogar noch wichtiger, während die Vergütung mit 14 % und eine bessere Work-Life-Balance mit 11 % an Platz zwei und drei stehen. Ähnlich sieht das die Generation X: Auch in dieser Altersklasse sind die Karrierechancen mit 25 % der wichtigste Kündigungsgrund, gefolgt von Work-Life-Balance mit 14 % und der Vergütung mit 11 %. Anders stellt sich die Situation der Babyboomer dar: 27 % der Mitarbeitenden geben persönliche Gründe als Kündigungsgrund an – hier spiegeln sich wohl die Pläne für den Ruhestand wider. Work-Life Balance (16 %) und Karriereentwicklung (13 %) stehen an zweiter und dritter Position
Handlungsfelder für Unternehmen und Führungskräfte
Klare Karrierepfade, transparente Bewertungsprozesse und regelmäßige Entwicklungsgespräche können Fluktuationsrisiken reduzieren. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle für die Wahrnehmung von Perspektiven.
Auch künftig achten Mitarbeitende verstärkt auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Klare Regeln für Arbeitsbelastung sowie Remote- und Hybridarbeit werden damit zum Wettbewerbsfaktor.
Die Benchmarkdaten können Sie hier herunterladen
Bildquelle: Unsplash