Gründung + Selbstständigkeit

Deutsche Unicorn-Gründer sehen Deutschland als attraktiven Tech-Standort, USA verlieren

Erfolgreiche Gründer:innen deutscher Unicorns bewerten die USA deutlich skeptischer als noch vor einem Jahr. Zugleich gewinnt Deutschland als Standort für Tech-Unternehmen an Zustimmung, auch im europäischen Vergleich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nur 7 Prozent würden heute noch in den USA gründen (Vorjahr: 24 Prozent)
  • 57 Prozent würden erneut Deutschland als Gründungsstandort wählen
  • 50 Prozent erwarten steigende Attraktivität Deutschlands für Tech-Unternehmen

Erfolgreiche Gründer:innen deutscher Unicorns blicken zunehmend kritischer auf die USA als Gründungsstandort. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Startup-Initiative Bitkom Get Started, an der 14 noch aktive Unicorn-Gründer:innen teilgenommen haben. Nur noch 7 Prozent würden sich aktuell für eine Gründung in den USA entscheiden.

Parallel dazu gewinnt Deutschland an Attraktivität. Mehr als die Hälfte der Befragten würde erneut hierzulande gründen. Auch andere EU-Staaten werden zunehmend als Alternative wahrgenommen, während außereuropäische Standorte an Bedeutung verlieren.

Deutschland gewinnt an Vertrauen – auch mit Blick nach vorn

Die Erwartungen an den Standort Deutschland haben sich deutlich aufgehellt. Jeder zweite Befragte rechnet damit, dass Deutschland in den kommenden zwölf Monaten für Tech-Unternehmen noch attraktiver wird.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst ordnet diese Entwicklung ein: „Deutschland ist auf dem richtigen Weg, jungen Tech-Unternehmen bessere Bedingungen für Wachstum und Erfolg zu geben. Mehr innovative, wachstumsstarke Startups sind ein wichtiger Beitrag für digitale Souveränität“.

Politische Erwartungen: Bürokratieabbau an erster Stelle

Mit Blick auf die Politik formulieren die Gründer:innen klare Prioritäten. An erster Stelle steht der Abbau bürokratischer Hürden, gefolgt von einem erleichterten Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Auch Wachstumskapital, Fachkräftezuwanderung und Reallabore spielen eine wichtige Rolle.  „Die Bundesregierung hat den Bürokratieabbau ins Zentrum ihrer Politik gerückt. Davon würden Startups und Scaleups in Deutschland unmittelbar profitieren“, so Wintergerst

Börsengänge erwartet – aber selten in Deutschland

Für das Jahr 2026 erwarten viele Befragte mindestens einen Börsengang eines deutschen Unicorns. Allerdings rechnen die meisten damit, dass dieser Schritt nicht in Deutschland erfolgt, sondern an einem ausländischen Handelsplatz.

Zugleich berichten immer mehr Gründer:innen von wachsender gesellschaftlicher Wertschätzung in Deutschland – ein Signal, das den Standort zusätzlich stärken könnte.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen.

Bildquelle: Pexels

Porträtfoto von der Journalistin Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Gründerin des Online-Magazins Karriere NOW, selbstständige Journalistin und spezialisiert auf die Themen Karriere, Softskills, Selbstmanagement und Business. Zuvor hat die Kommunikationsexpertin bei der Süddeutschen Zeitung in München gearbeitet und für ein Politmagazin des ZDFs.

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