Job + Gehalt

Für die Gen Z gewinnt Purpose bei der Jobwahl deutlich an Gewicht

Gehalt bleibt für Studierende das wichtigste Kriterium bei der Jobwahl. Doch der Wunsch nach sinnstiftender Arbeit holt auf: Jeder Vierte nennt Purpose als entscheidenden Faktor – noch vor Flexibilität, Aufstiegschancen und Sicherheit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 39 % der Studierenden wählen Gehalt als wichtigstes Jobkriterium
  • 25 % nennen Purpose als Top-Entscheidungsfaktor
  • Aufstiegschancen (11 %) und Sicherheit (9 %) folgen mit Abstand
  • 25 % nennen Purpose als Top-Entscheidungsfaktor

Gehalt bleibt für viele Studierende das zentrale Entscheidungskriterium bei der Jobwahl. Zugleich gewinnt der Sinn der eigenen Tätigkeit deutlich an Bedeutung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Campus-App UniNow. Demnach nennen 39 % der Befragten das Gehalt als wichtigsten Faktor, während bereits 25 % Purpose an erste Stelle setzen. Weitere 16 % entscheiden sich für Flexibilität.

Damit verschiebt sich die Gewichtung spürbar: Zwar dominieren weiterhin finanzielle Aspekte, doch der Wunsch nach sinnstiftender Arbeit etabliert sich als ernstzunehmender Wettbewerbsfaktor im Recruiting. Für Unternehmen bedeutet das, dass monetäre Anreize allein nicht mehr ausreichen, um die Generation Z langfristig zu überzeugen.

Sinnhaftigkeit als strategischer Hebel im Recruiting

Purpose beschreibt den wahrgenommenen Beitrag der eigenen Arbeit für Kund:innen, Gesellschaft oder Umwelt. Gerade bei jungen Talenten prägt dieses Verständnis zunehmend die Erwartung an potenzielle Arbeitgebende. Entsprechend müssen Unternehmen nachvollziehbar darlegen, wofür sie stehen – und wie sich dieser Anspruch im Arbeitsalltag widerspiegelt.

„Purpose lässt sich nicht herbeikommunizieren, er muss im Alltag sichtbar sein“, sagt Dr. Wolfgang Achilles, Geschäftsführer der Jobbörse Jobware. „Studierende wollen verstehen, wofür ein Unternehmen steht und wie sich das in Kultur, Führung und konkreten Projekten zeigt. Wer das glaubwürdig vermittelt, hat im Recruiting einen klaren Vorteil.“

Für den Mittelstand eröffnet sich hier eine Chance: Klare Werte, kurze Entscheidungswege und sichtbare Wirkung von Projekten lassen sich häufig authentischer vermitteln als in stark formalisierten Konzernstrukturen. Allerdings setzt das voraus, dass Führungskräfte Haltung und operative Praxis konsequent zusammenführen.

Klassische Karriereziele verlieren an Priorität

Während Purpose und Gehalt die Rangliste anführen, treten traditionelle Karriereargumente in den Hintergrund. Aufstiegschancen nennen 11 % der Studierenden als wichtigsten Faktor, Sicherheit lediglich 9 %. Der Fokus verschiebt sich damit weg von Status und langfristiger Planbarkeit – hin zu Identifikation und persönlicher Sinnhaftigkeit.

Mit Blick auf das Recruiting im Jahr 2026 dürfte damit weniger die reine Arbeitgebermarke als vielmehr deren Glaubwürdigkeit im Zentrum stehen. Unternehmen, die ihren Purpose konsistent in Sprache, Verhalten und Strukturen verankern, stärken Identifikation, Motivation und Bindung. In einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt kann das zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal werden.

Über die Umfrage

Die Umfrage wurde unter rund 800.000 Studierenden an Hochschulen in ganz Deutschland durchgeführt und identifiziert welche Faktoren die Studierenden bei der Jobwahl am meisten beeinflussen.

Bildquelle: Unsplash

Porträtfoto von der Journalistin Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Gründerin des Online-Magazins Karriere NOW, selbstständige Journalistin und spezialisiert auf die Themen Karriere, Softskills, Selbstmanagement und Business. Zuvor hat die Kommunikationsexpertin bei der Süddeutschen Zeitung in München gearbeitet und für ein Politmagazin des ZDFs.

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