Auch Jahre nach den ersten Lockdowns ist Home-Office aus dem Arbeitsalltag nicht verschwunden. Neue Zahlen zeigen, wie stark es genutzt wird, welche Berufsgruppen profitieren und was das für den Arbeitsmarkt bedeutet.
Fünf Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie ist das Arbeiten von Zuhause für viele Beschäftigte zur Normalität geworden. Während im Frühjahr 2020 nur rund 27 Prozent der Erwerbstätigen ins Home-Office wechselten, sind es laut Statistischem Bundesamt inzwischen 23,5 Prozent, die regelmäßig von Zuhause aus arbeiten. 13,2 Prozent nutzen diese Möglichkeit sogar täglich. Insgesamt arbeitet heute fast ein Drittel der Beschäftigten mindestens einmal pro Woche außerhalb des Büros – Tendenz stabil.
Wer besonders oft von Zuhause arbeitet
Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt deutliche Unterschiede. Tätigkeiten, die ohnehin überwiegend digital erledigt werden können, eignen sich besonders gut fürs Home-Office:
- IT-Dienstleister nutzen Home-Office am häufigsten.
- 40,5 Prozent der Führungskräfte arbeiten regelmäßig von Zuhause.
- Bei den Selbstständigen sind es immerhin 39,9 Prozent.
Gerade Jobs, die sich problemlos an einen anderen Schreibtisch verlagern lassen, profitieren von diesem Modell.
Mehr Zufriedenheit und Flexibilität
Laut dem Bayerischen Forschungsinstitut für digitale Transformation haben inzwischen zwei Drittel aller Unternehmen klare Regelungen für Home-Office eingeführt. Beschäftigte, die regelmäßig von Zuhause aus arbeiten, berichten von höherer Zufriedenheit und einer besseren Work-Life-Balance. Flexiblere Tagesabläufe, weniger Pendelstress und die Möglichkeit, private Termine einfacher zu integrieren, gelten als Hauptgründe.
Unternehmen bleiben zurückhaltend
Arbeitgeber mögen das Home-Office aber genau deshalb nicht. In ihrer Vorstellung zahlen sie für genau 8 Stunden, nicht für 6 oder 7 und dann noch ein paar Pausen. Sie finden, wenn sie ihre Angestellten nicht überwachen können, wird weniger Arbeit verrichtet. Trotz Studien, die eine stabile Produktivität im Home-Office belegen, bieten Unternehmen im Durchschnitt nur 1,2 Tage pro Woche an. Beschäftigte wünschen sich dagegen rund 1,8 Tage.
Junge Generation erwartet Flexibilität
Besonders für die Generation Z ist Home-Office kein Bonus mehr, sondern Teil ihrer Vorstellung moderner Arbeit:
- 35 Prozent der 16- bis 24-Jährigen ziehen Home-Office dem klassischen Büroalltag vor
- 40 Prozent nennen es als entscheidenden Faktor bei der Arbeitgeberwahl,
43 % geben an, dass Home-Office ein nettes Plus ist, aber nicht zwingend notwendig bei der Arbeitgeberwahl ist.
Mit dem Eintritt dieser Generation in den Arbeitsmarkt könnte der Druck auf Unternehmen steigen, flexiblere Modelle zu ermöglichen.
Fazit: Home-Office wird bleiben
Home-Office ist gekommen, um zu bleiben. Die Zahlen zeigen: Beschäftigte schätzen die neue Flexibilität, Unternehmen reagieren aber noch zurückhaltend. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Erwartungen der jüngeren Generationen könnte sich dieses Verhältnis in den nächsten Jahren verschieben.
Literatur & Weblinks
- Umfrage zur Arbeit im Home-Office nach gewünschten Tagen und geplanten Tagen weltweit im Jahr 2023. statista. 24.06.2025.
- Welche Rolle spielt für Sie das Home-Office Angebot bei der Wahl Ihres Arbeitgebenden. statista. 23.06.2025.
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