Moderne Arbeitswelt

Homeoffice bleibt – nur wenige Unternehmen planen Abkehr

Homeoffice bleibt in Deutschland etabliert: 80 % der Unternehmen in der Informationswirtschaft und etwa jedes zweite im Verarbeitenden Gewerbe erlauben mindestens einen wöchentlichen Homeoffice-Tag – vielerorts sind Ausweitungen geplant.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Homeoffice-Nutzung: 80 % (Informationswirtschaft); Verarbeitendes Gewerbe: etwa jedes zweite Unternehmen
  • Ausbau statt Rückbau: 29 % (Informationswirtschaft), 34 % (Verarbeitendes Gewerbe)
  • Große Firmen: Homeoffice bei 98 % (Informationswirtschaft) und 88 % (Verarbeitendes Gewerbe)
  • Einführung bei Nicht-Nutzern geplant: 21 % (Informationswirtschaft), 9 % (Verarbeitendes Gewerbe)
  • Kritikpunkte: interner Austausch/Teamarbeit (rund zwei Drittel), Innovationsfähigkeit (41 % negativ)

Homeoffice bleibt Standard – Ausbau überwiegt

Nur wenige Unternehmen wollen ihre Homeoffice-Angebote in den kommenden zwei Jahren reduzieren oder ganz einstellen. Stattdessen planen viele, hybride Modelle auszuweiten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des ZEW Mannheim unter rund 1.200 Unternehmen im Juni 2025. 80 % der Unternehmen in der Informationswirtschaft ermöglichen mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche; im Verarbeitenden Gewerbe ist es etwa jedes zweite Unternehmen. „Die Homeoffice-Nutzung verharrt seit der Corona-Pandemie auf einem konstant hohen Niveau und ein Rückgang ist nicht zu erwarten. Die Pläne der Unternehmen deuten für die kommenden zwei Jahre sogar eher auf mehr Beschäftigte im Homeoffice hin“, so Studienleiter Dr. Daniel Erdsiek.

Große Unternehmen setzen häufiger auf hybride Modelle

Bei Betrieben mit mindestens 100 Beschäftigten ist die Verbreitung besonders hoch: Im Verarbeitenden Gewerbe nutzen 88 % Homeoffice-Angebote, in der Informationswirtschaft sind es 98 %. Gleichzeitig überwiegen Ausbaupläne: 29 % der Unternehmen in der Informationswirtschaft und 34 % im Verarbeitenden Gewerbe wollen die Nutzung erhöhen. Auch Firmen ohne Homeoffice denken über eine Einführung nach (Informationswirtschaft 21 %, Verarbeitendes Gewerbe 9 %).

Vorteile und Risiken im Überblick

Positiv vermerken Unternehmen vor allem die höhere Arbeitszufriedenheit; mehr als die Hälfte sieht Vorteile bei der Fachkräftegewinnung. Kritisch wird hingegen der Einfluss auf interne Kommunikation und Teamarbeit bewertet (rund zwei Drittel sehen Nachteile). 41 % erwarten eher negative Effekte auf die Innovationsfähigkeit. Bei der Produktivität ergibt sich ein gemischtes Bild: ein Drittel befürchtet Nachteile, rund 20 % sehen Vorteile, etwa die Hälfte keine nennenswerte Wirkung.

Einordnung für den Mittelstand

Für mittelständische Unternehmen bietet sich ein pragmatischer Weg an: klare Leitplanken (Kommunikations- und Meetingregeln), Pilotprojekte mit messbaren Zielen, verbindliche Präsenz-Anker (z. B. Team-Tage) und eine transparente Governance für hybride Zusammenarbeit. So lassen sich Zufriedenheit und Rekrutierungsvorteile heben, ohne Kollaboration und Innovationskraft zu schwächen.

Kennzahl (Juni 2025)Wert
Homeoffice-Nutzung (Informationswirtschaft)80 %
Homeoffice-Nutzung (Verarbeitendes Gewerbe)etwa jedes zweite Unternehmen
Ausbau geplant (Informationswirtschaft)29 %
Ausbau geplant (Verarbeitendes Gewerbe)34 %
Große Unternehmen – Nutzung Informationswirtschaft98 %
Große Unternehmen – Nutzung Verarbeitendes Gewerbe88 %
Bei Nicht-Nutzern: Einführung geplant (Informationswirtschaft)21 %
Bei Nicht-Nutzern: Einführung geplant (Verarbeitendes Gewerbe)9 %

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen.

Bildquelle: Unsplash

Porträtfoto von der Journalistin Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Gründerin des Online-Magazins Karriere NOW, selbstständige Journalistin und spezialisiert auf die Themen Karriere, Softskills, Selbstmanagement und Business. Zuvor hat die Kommunikationsexpertin bei der Süddeutschen Zeitung in München gearbeitet und für ein Politmagazin des ZDFs.

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