Multitasking klingt effizient, doch Studien belegen: Wer ständig zwischen Aufgaben springt, verliert an Konzentration, macht mehr Fehler und reduziert seine Leistungsfähigkeit. Wer fokussiert arbeitet, ist langfristig erfolgreicher.

Multitasking im Berufsalltag: Mehr Schein als Sein
Multitasking hat im Job noch immer den Ruf, besonders effizient zu sein. In Wirklichkeit funktioniert unser Gehirn aber ganz anders: Es kann keine zwei komplexen Aufgaben gleichzeitig bearbeiten, sondern schaltet ständig zwischen ihnen hin und her. Genau dieses Umschalten frisst Energie, macht unkonzentriert und erhöht die Fehlerquote. Spannend ist dabei eine Untersuchung der American Psychological Association („Multitasking: Switching costs“). Sie zeigt, dass schon die kleinen Denkpausen beim Wechsel von einer Aufgabe zur nächsten bis zu 40 Prozent an produktiver Zeit kosten können. Heißt konkret: Wer glaubt, beim Multitasking Zeit zu sparen, erreicht oft genau das Gegenteil.
Die Folgen von Multitasking für Ihre Leistungsfähigkeit
Multitasking im Arbeitsalltag führt zu:
- Konzentrationsverlust: Jeder Aufgabenwechsel bedeutet eine kurze Umgewöhnungszeit – das summiert sich.
- Höherer Fehlerquote: Unaufmerksamkeit bei Details führt zu mehr Korrekturen und Nachbesserungen.
- Mentaler Erschöpfung: Das ständige Umschalten strengt das Gehirn an, was zu schnellerer Ermüdung führt.
- Stress und Unzufriedenheit: Das Gefühl, nie wirklich etwas abschließen zu können, sorgt für Frust.
Die American Psychological Association (APA) zeigt zu dem in der Untersuchung, dass Multitasking gesundheitsschädlich sein kann: Menschen, die regelmäßig Aufgaben parallel jonglieren, berichten deutlich häufiger von Stress, innerer Unruhe und mentaler Erschöpfung.
Warum Multitasking so verführerisch ist – und wie Sie den Kreislauf durchbrechen
Multitasking vermittelt das Gefühl, produktiv zu sein. E-Mails beantworten, während ein Meeting läuft, oder gleichzeitig telefonieren und eine Präsentation erstellen – das scheint effizient. Doch in Wahrheit ist es meist reine Beschäftigung, ohne echten Output.
Mit diesen Strategien gelingt der Ausstieg aus dem Multitasking-Falle:
- Monotasking priorisieren: Bearbeiten Sie Aufgaben nacheinander und konzentrieren Sie sich bewusst auf eine Tätigkeit.
- Zeitfenster definieren: Reservieren Sie feste Zeitblöcke für bestimmte Aufgaben (z. B. 30 Minuten nur für E-Mails).
- Störquellen minimieren: Schalten Sie Benachrichtigungen aus und vermeiden Sie parallele Mediennutzung.
- Pausen einplanen: Kurze Auszeiten helfen, die Konzentrationsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
- Aufgaben clustern: Ähnliche Aufgaben bündeln und gemeinsam abarbeiten (Batch-Processing).
Gerade für Gründerinnen und Selbstständige ist Monotasking ein entscheidender Erfolgsfaktor: Wer sich auf eine Sache konzentriert, liefert bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit.
Multitasking in Ausnahmesituationen – wann es doch sinnvoll sein kann
Es gibt Situationen, in denen paralleles Arbeiten unvermeidbar ist, z. B. in operativen Berufen oder bei akuten Notfällen. In diesen Fällen helfen klare Routinen und automatische Handlungsabläufe, den Stressfaktor zu minimieren. Im kreativen oder strategischen Arbeiten hingegen ist Multitasking immer kontraproduktiv.
Fazit
Multitasking ist ein Produktivitätskiller. Wer sich stattdessen auf fokussiertes Arbeiten (Monotasking) konzentriert, arbeitet effizienter, macht weniger Fehler und schützt seine mentale Leistungsfähigkeit. Für Selbstständige, Gründerinnen und ambitionierte Arbeitnehmerinnen gilt: Konzentration auf das Wesentliche ist der Schlüssel zu echtem Erfolg.
Literartur & Weblinks
Devora Zack | Die Multitasking-Falle. Warum wir nicht alles gleichzeitig können (Dein Erfolg) | GABAL | o. O. 2015 | ISBN 978-3869366630
AOK – Die Gesundheitskasse | Multitasking: Ist das effektiv oder nur ein Mythos? | AOK Gesundheitsmagazin | o. O. 2021 |
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