Das Wichtigste auf einen Blick
- Mehr als jeder dritte Beschäftigte hat sich im letzten Jahr in einem neuen Bereich beworben
- Vertrieb, Handel, Logistik und Handwerk besonders offen für Quereinstiege
- Knapp 9 von 10 Beschäftigte sind grundsätzlich offen für den Wechsel in einen neuen Beruf
Neue Berufswege und Quereinstiege gewinnen am deutschen Arbeitsmarkt deutlich an Bedeutung. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Jobplattform Stepstone, für die über 5,5 Millionen Jobausschreibungen analysiert wurden. Demnach hat sich der Anteil der Stellenausschreibungen auf stepstone.de, die explizit Möglichkeiten zum Quereinstieg ansprechen, seit 2019 mehr als versechsfacht. Besonders stark ist der Anstieg seit 2025.
Auch auf Seiten der Beschäftigten ist die Offenheit groß, wie das aktuelle Stepstone Hiring Trends Update zeigt. Besonders auffällig: 87 % würden einen Wechsel in einen anderen Bereich oder eine andere Branche erwägen, sollten ihre Fähigkeiten künftig weniger gefragt sein. Mehr als jede bzw. jeder Dritte (37 %) hat sich in den vergangenen zwölf Monaten bereits auf eine branchenfremde Stelle beworben – während 59 % aktiv nach einer neuen Herausforderung suchen und weitere 35 % grundsätzlich offen für Angebote sind.
„Klassische, lineare Karrierewege verlieren zunehmend an Bedeutung. Fähigkeiten, Lernbereitschaft und Entwicklungspotenzial rücken stärker in den Vordergrund. Das verändert, wie Menschen ihren Berufsweg denken und gestalten“, sagt Dr. Anna Wittich, Arbeitsmarktforscherin bei Stepstone.
Diese Berufe sind für den Quereinstieg besonders offen
Besonders offen für Quereinstiege sind Verkauf, Logistik, Handel, Produktion und Handwerk. In diesen Berufsfeldern zählen übertragbare Kompetenzen wie Organisationstalent, Kundenorientierung oder Prozessverständnis oft mehr als formale Abschlüsse. Viele Positionen lassen sich zudem über praxisnahes Lernen oder durch gezielte Einarbeitung und interne Schulungen besetzen.
Dass Unternehmen zunehmend offen für den Quereinstieg sind, liegt auch daran, dass passende Fachkräfte fehlen. Für 44 % der Recruiter ist das Finden geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten mit den richtigen Kompetenzen die größte Recruiting-Hürde der vergangenen sechs Monate.
„Der Boom beim Quereinstieg ist kein Zufall. Fachkräftemangel, demografischer Wandel und wirtschaftliche Umbrüche erhöhen den Druck auf Unternehmen, flexibler zu werden. Und viele Beschäftigte sind bereit, diesen Schritt mitzugehen“, sagt Anna Wittich. „Für Unternehmen ist der Quereinstieg ein sehr guter Hebel, um die Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten zu erweitern.
Zur Methode
Für die Sonderauswertung zum Quereinstieg analysierte das Stepstone-Arbeitsmarktforschungsteam rund 5,5 Millionen Stellenanzeigen auf stepstone.de aus dem Zeitraum Januar 2019 bis März 2026. Für das Hiring Trends Update 2026 befragte Stepstone zwischen dem 23. April und dem 6. Mai 2026 insgesamt 6.114 Beschäftigte sowie 800 Personalverantwortliche in Deutschland. Die Beschäftigtenstichprobe ist nach Alter, Geschlecht und Bildungsstand repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung.
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