Gründung + Selbstständigkeit

Studie: Freelancer treiben den KI-Einsatz voran, Automatisierung bleibt die nächste Hürde

Künstliche Intelligenz ist für Freelancer längst Alltag: Eine große Mehrheit nutzt KI-Tools bereits regelmäßig. Zugleich zeigen neue Daten, dass Automatisierung bisher meist punktuell bleibt und strukturelle Veränderungen der Arbeitsorganisation noch bevorstehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • 85 Prozent der Freelancer nutzen bereits KI-Tools
  • 59 Prozent haben noch keine Tätigkeit vollständig automatisiert
  • KI wird vor allem für Text, Code und Bilder eingesetzt

KI ist im Freelancer-Alltag angekommen: Freelancer gelten als Frühindikator für neue Arbeitsformen – ihr Umgang mit Künstlicher Intelligenz macht deutlich, wie rasant sich Arbeit derzeit verändert. Das zeigt der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap, der auf einer Befragung von mehr als 1.300 Freelancern sowie Plattformdaten von über 500.000 Profilen basiert.

Bereits 85 Prozent der Befragten setzen KI-Tools ein. Technologische Entwicklungen werden klar als Treiber der eigenen Zukunft verstanden. Zukunftsfähigkeit ist für viele keine abstrakte Vision, sondern eine konkrete Aufgabe im Arbeitsalltag.

Zwischen punktueller Nutzung und echter Automatisierung

Am häufigsten kommt KI derzeit bei klar umrissenen Tätigkeiten zum Einsatz. 71 Prozent nutzen sie für Texterstellung, 46 Prozent für Programmierung und 34 Prozent für Bildgenerierung. Damit unterstützt KI vor allem bestehende Arbeitsprozesse.

Deutlich seltener wird sie jedoch genutzt, um komplette Abläufe neu zu strukturieren. 59 Prozent der Freelancer haben bislang keine Tätigkeit vollständig automatisiert. KI bleibt damit häufig ein Werkzeug, nicht aber der Kern einer veränderten Arbeitsorganisation.

Bewusster Umgang mit dem technologischen Wandel

Fast die Hälfte der Freelancer rechnet in den kommenden Jahren mit spürbaren Veränderungen durch KI. Gleichzeitig zeigt sich beim Vorbereitungsstand ein geteiltes Bild: 41 Prozent fühlen sich gut oder sehr gut vorbereitet, während 43 Prozent weiteren Entwicklungsbedarf sehen.

„Die Ergebnisse zeichnen kein Bild von blindem Technologieoptimismus, sondern von einer Berufsgruppe, die vorangeht, KI pragmatisch einsetzt und den Wandel aktiv gestaltet“, sagt Thomas Maas, CEO von freelancermap. „Freelancer zeigen damit sehr konkret, wie sich Arbeit gerade verändert. Sie beschäftigen sich intensiv mit KI und gehören klar zu den Vorreitern in der Anwendung. Doch zwischen Nutzung und echter Automatisierung liegt noch ein weiter Weg. Wer es schafft, KI strategisch einzusetzen und Prozesse neu zu denken, wird langfristig produktiver, resilienter und wettbewerbsfähiger sein.“

Skill-Aufbau als strategische Antwort

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, investieren viele Freelancer gezielt in Weiterbildung. 74 Prozent wollen ihre Kompetenzen im Bereich KI und Automatisierung ausbauen. Auch Datenanalyse und agiles Arbeiten gewinnen an Bedeutung.

„Freelancer setzen nicht auf Planbarkeit um jeden Preis, sondern auf Anpassungsfähigkeit“, ergänzt Maas. „Sie reagieren auf veränderte Märkte und Technologien mit Skill-Aufbau, Automatisierung und Diversifikation. Freelancer gehen den nächsten Schritt. KI ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein strategisches Werkzeug für eine zukunftsfähige Arbeitsweise.“

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen

Bildquelle: Unsplash

Porträtfoto von der Journalistin Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Gründerin des Online-Magazins Karriere NOW, selbstständige Journalistin und spezialisiert auf die Themen Karriere, Softskills, Selbstmanagement und Business. Zuvor hat die Kommunikationsexpertin bei der Süddeutschen Zeitung in München gearbeitet und für ein Politmagazin des ZDFs.

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