Moderne Arbeitswelt

Studierende fordern Vermittlung von mehr KI-Kompetenzen an Universitäten

Viele Studierende wünschen sich deutlich mehr fundiertes Wissen über Künstliche Intelligenz, doch sowohl Hochschulen als auch Unternehmen bieten bislang nur begrenzte Lern- und Einsatzmöglichkeiten. Die Folge sind Kompetenzlücken, die sich bis in den Arbeitsmarkt fortsetzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Nur 30 % der Befragten haben KI als festen Bestandteil im Studium

  • 35 % erleben KI nur punktuell, 24 % gar nicht
  • 47 % wünschen mehr praktische KI-Anwendungen
  • Jede:r Zweite nutzt KI im Job, aber nur ein Drittel fühlt sich vorbereitet
  • Risiko durch „Shadow AI“ in Unternehmen steigt
  • KI bleibt in vielen Studiengängen Randthema

Nur ein Drittel der befragten Studierenden hat KI fest im Studium verankert, während weitere Gruppen das Thema nur punktuell oder gar nicht erleben. Parallel steigt der Wunsch nach fundiertem Wissen. Besonders praxisorientierte Anwendungen stehen im Fokus, gefolgt von theoretischen Grundlagen – so eine aktuelle Umfrage der Hochschul-App UniNow unter 800.000 Studierenden.

„Wer heute an Hochschulen studiert, möchte verstehen, wie KI funktioniert und wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann“, sagt Wolfgang Achilles, Geschäftsführer der Jobbörse Jobware. „Diese Kompetenzen entscheiden künftig über Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit – sowohl für Absolvent:innen als auch für Arbeitgebende.“

Unternehmen kämpfen mit ähnlichen Defiziten

Auch in Unternehmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Nicht nur Bildungseinrichtungen, auch Betriebe stehen vor einem Kompetenzproblem. Laut der Studie AI at Work 2025 der Boston Consulting Group nutzt bereits jede:r Zweite KI im Job – doch nur ein Drittel fühlt sich dafür ausreichend gewappnet. 

Dies führt zu improvisierten Lösungen, die Risiken für Sicherheit und Prozesse bergen. „Ohne klare Leitplanken und Qualifizierung verliert KI schnell an Vertrauen und Wirkung“, warnt Achilles. Auch die Motivation kann sinken.

Die Gen Z drängt auf mehr Praxisbezug

Ein Großteil der Studierenden möchte KI aktiv anwenden können. Hochschulen und Unternehmen müssen daher stärker verzahnte Lernangebote schaffen. „Die Generation, die jetzt ins Berufsleben startet, will KI verstehen und gestalten – nicht nur konsumieren“, betont Achilles. „Dafür brauchen wir praxisnahe Lernräume und Arbeitgebende, die Lust auf Neues machen.“

Bildquelle: Unsplash

Porträtfoto von der Journalistin Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Gründerin des Online-Magazins Karriere NOW, selbstständige Journalistin und spezialisiert auf die Themen Karriere, Softskills, Selbstmanagement und Business. Zuvor hat die Kommunikationsexpertin bei der Süddeutschen Zeitung in München gearbeitet und für ein Politmagazin des ZDFs.

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