Feiertage und Brückentage gelten oft als Produktivitätsbremse. Eine aktuelle Befragung zeigt jedoch, dass viele Erwerbstätige ihre Aufgaben auch in verkürzten Wochen bewältigen können. Gleichzeitig rücken Fragen nach fairer Urlaubsplanung und einheitlichen Feiertagsregelungen stärker in den Fokus.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 25 % der Erwerbstätigen bewältigen ihre Arbeit auch in verkürzten Arbeitswochen gut.
- 18 % arbeiten an Brückentagen nach eigener Aussage konzentrierter.
- 21 % sehen lange Wochenenden als wichtigen Beitrag zur Work-Life-Balance.
- 30 % bewerten die Urlaubsplanung rund um Brückentage als fair.
Die Diskussion über Feiertage und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft wird regelmäßig geführt. Eine repräsentative Befragung von Stepstone in Zusammenarbeit mit YouGov zeigt jedoch, dass viele Beschäftigte verkürzte Arbeitswochen nicht automatisch als Belastung für ihre Arbeitsleistung empfinden.
Demnach gibt jede*r vierte Erwerbstätige (25 %) an, die eigenen Aufgaben auch dann gut bewältigen zu können, wenn Feiertage die Arbeitswoche verkürzen. Darüber hinaus berichten 18 %, an Brückentagen sogar konzentrierter zu arbeiten. Als Grund nennen die Befragten insbesondere weniger Meetings und geringere Ablenkungen im Arbeitsalltag.
Die Ergebnisse machen deutlich, welche Bedingungen Beschäftigte selbst mit gutem Arbeiten verbinden. Wer kurze Wochen als gut machbar erlebt, beschreibt vor allem weniger Unterbrechungen, klarere Prioritäten und mehr Fokus als hilfreich. Das zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Arbeit gut strukturieren zu können und im Arbeitsalltag ausreichend Raum für konzentriertes Arbeiten zu haben. Dr. Anna Wittich, Arbeitsmarktforscherin bei Stepstone.
Work-Life-Balance gewinnt an Bedeutung
Neben der Produktivität spielen auch persönliche Erholungsphasen eine wichtige Rolle. So geben 21 % der Erwerbstätigen an, dass lange Wochenenden für ihre Work-Life-Balance von besonderer Bedeutung sind.
Gerade für Unternehmen im Mittelstand kann dies relevant sein. Flexible Arbeitsorganisation und klare Priorisierung von Aufgaben könnten dazu beitragen, sowohl die Produktivität als auch die Zufriedenheit der Beschäftigten zu fördern.
Brückentage sorgen meist für faire Lösungen im Team
Die Abstimmung über freie Tage rund um Feiertage verläuft in vielen Unternehmen offenbar weitgehend konfliktfrei. Knapp jede*r dritte Erwerbstätige (30 %) berichtet, dass die Urlaubsplanung fair organisiert wird und niemand benachteiligt wird.
Allerdings erleben nicht alle Beschäftigten die Situation gleichermaßen positiv. 16% berichten von Spannungen bei der Planung von Brückentagen.
Berufsgruppen mit eingeschränkten Möglichkeiten
Während viele Arbeitnehmer:innen lange Wochenenden gezielt zur Erholung einsetzen können, ist dies nicht überall möglich. Für 13 % der Erwerbstätigen sind freie Brückentage nur selten realisierbar. Besonders betroffen sind Berufe mit kontinuierlichem Personalbedarf, etwa in der Pflege, bei der Polizei oder in der Gastronomie.
Einheitliche Feiertage stoßen auf Zustimmung
Neben den Auswirkungen auf den Arbeitsalltag wurden auch die regional unterschiedlichen Feiertagsregelungen thematisiert. Derzeit gelten lediglich neun gesetzliche Feiertage bundesweit gleichermaßen. 27 % der Erwerbstätigen wünschen sich deshalb eine bundesweit einheitliche Anzahl gesetzlicher Feiertage.
Die Unterschiede bei Feiertagen passen für viele Beschäftigte immer weniger zu einer modernen Arbeitswelt, in der Teams häufig bundesländerübergreifend zusammenarbeiten. Unterschiedliche freie Tage führen dabei zu organisatorischen Herausforderungen und werden von vielen Beschäftigten als unfair wahrgenommen. Dr. Anna Wittich.
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